SpVgg Greuther Fürth

Nach dem sportlichen Abstieg mit dem 1. FC Union Berlin musste ich mir einen neuen Verein suchen und fand mit der SpVgg Greuther Fürth einen neuen Arbeitgeber und eine neue Region, welche mir während zwei Jahren ein Zuhause gab.

Fürth ist eine ca. 115'000 Einwohner grosse Stadt, welche an Nürnberg grenzt und im Wappen ein dreiblättriges Kleeblatt trägt. Daher nennt man die Spieler des Vereins auch "die Kleeblättler". Die SpVgg Greuther Fürth ist ein Zusammenschluss aus den zwei Vereinen TSV Vestenbergsgreuth und SpVgg Fürth.

Von Beginn an fielen mir an diesem Verein vor allem zwei Merkmale auf, welche sich in mein Gedächtnis brannten: der Teeladen und das Playmobilstadion. Playmobilstadion deshalb, da das Stadion den Namen eines Hauptsponsors trägt und diesem hat es auch die bunten Farben zu verdanken.
Im Stadion befindet sich, wahrscheinlich als einzigstes auf der Welt, kein Fanshop, sondern ein TEE - Shop. Wie es der Begriff schon sagt kann man da alles mögliche was Tee betrifft, kaufen, eine sehr originelle Idee! Anfangs konnte ich kaum glauben, was da unter der Woche für ein Betrieb herrschte! Einmalig...

playmobilstadion
Foto von Wolfgang Zink - an dieser Stelle ein grosses Dankeschön!


Doch eigentlich kam ich ja zum Fussballspielen nach Fürth. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wie stark ich meine neue Mannschaft einzustufen hatte, da auch Fürth in der Saison zuvor, 03/04, gegen den Abstieg gespielt hatte und diesem erst in den letzten Spieltagen entkommen konnte. Aber schon nach einigen Trainingseinheiten wurde mir klar, dass wir eine sehr spielstarke Truppe waren.

Die 1. Saison war für mich sehr erfolgreich. Ich konnte mich auf Anhieb durchsetzen und wurde Stammspieler. Wir spielten eine starke Vorrunde und konnten auf einem Aufstiegsplatz überwintern. Zu Beginn der Rückrunde lief es genau so gut weiter, doch dann kam es in der zweiten Hälte der Rückrunde zu einem Bruch. Wir konnten unsere spielerischen Qualitäten nicht mehr auf den Platz bringen und der Traum vom Aufstieg platzte wie eine Seifenblase. Im Nachhinein ist es immer einfach, Fehler und Ursachen für unser Scheitern zu finden, aber die Realität ist nun mal so, dass wir den Aufstieg mit einer Mannschaft verpasst haben, mit der wir hätten aufsteigen MüSSEN. Zum Schluss dieser sehr unglücklich verlaufenen Saison entschieden sich die Verantwortlichen, einen Schnitt zu machen. Der kam dann auch auf die Saison 05/06, mit einem enormen Spieleraustausch, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Ca. 10 Spieler mussten ihre Sachen packen und ca. 15 neue kamen ins Team. Mit beinahe 30 Spieler beinhaltete die Mannschaft für die neue Spielzeit den grössten Kader, welchen ich bis dahin erlebt hatte. Bereits früh in der Saison hatte ich bemerkt, dass der Trainer nicht mehr auf mich baute und so fand ich mich, trotz allem zu meiner Überraschung, auf der Tribüne wieder. Das war eine ganz neue Situation für mich. Bis zu dieser Saison hatte ich in jeder Mannschaft immer regelmässig gespielt und die Trainer hatten immer mit mir geplant. Nun war es anders, das erste Mal in meiner Karriere stand ich in der 2. Reihe und hatte keine Chance zu spielen. Dies wurde mir Ende Oktober auch so mitgeteilt.

Es kam eine Zeit, welche für mich sehr unangenehm war. Viele Leute fragten nach, was eigentlich los sei, warum ich nicht mehr spielen würde, ob ich mich mit dem Trainer verkracht hätte. Dies waren alles Fragen, auf die ich keine Antworten geben konnte. Es war schwierig in solchen Situationen Ruhe zu bewahren, vor allem wenn man einige Monate zuvor in der Mannschaft eine feste Grösse war und im Spiel Verantwortung zu tragen hatte. Trotz allem versuche ich immer etwas Positives mitzunehmen und heute kann ich sagen, dass ich noch nie soviel gelernt habe, wie man mit Leuten umgeht, wie in dieser Zeit. Denn wenn man in der 2. Reihe steht, hat man eine ganz andere Verantwortung innerhalb der Mannschaft und man konzentriert sich auf ganz andere Dinge im Training als wenn man spielt. So erhält man eine neue Sichtweise des Ganzen. Nicht das ich froh bin, dies so erlebt zu haben. Ich hätte diese Erfahrungen gerne auf eine andere Art & Weise gesammelt, doch man kann es sich nicht immer aussuchen. Wenn ich diese Saison charakterisieren müsste, dann so: sportlich - katastrophal / menschlich - eine lehrreiche Lebenserfahrung!

Doch trotz allem wird Fürth für mich immer unvergesslich bleiben, denn in dieser Zeit habe ich im Privaten einige grossartige Momente gefeiert. Beispielsweise im Sommer 2005 als ich einen grossen und wunderschönen Schritt gewagt habe, indem ich meine Traumfrau heiratete. Alles rund um dieses einmalige Erlebnis war wunderschön. Auch andere tolle Erlebnisse neben dem Fussball prägten mein Leben in Fürth. Da war die Online-Schaltung meiner Homepage, das Kennenlernen der Rock-Band BAP (vielen Dank an den Baron!). Dann war natürlich auch der Nürnberger Opernball ein unvergessliches Erlebnis, um nur einiges zu nennen.

Was für mich privat gesehen, doch im Zusammenhang mit Fussball, am meisten gefreut hatte, waren die zwei sehr erfolgreichen Versteigerungen für gute Zwecke. Und deshalb möchte ich auf diesem Weg nochmals den Fans danken. Nicht nur für das tolle Mitbieten bei der Versteigerung, sondern auch ganz allgemein für die überragende Unterstützung auf & neben dem Platz, sowie für die super netten Wünsche bei meiner Verabschiedung! Speziell erwähnen möchte ich hier auch die zwei sensationellen Weihnachtsfeiern der Kleeblattmädels (Fanclub), bei welchen ich ohne Tüte kam und mit 20(!) Geschenktüten wieder nach Hause ging! Absolute Weltklasse.

Herzlichen Dank an alle, welche diese zwei Jahre für mich so unvergesslich machten und denkt daran, man sieht sich immer zwei Mal im Leben! Ich freu' mich darauf.


Spiele Tore
43 1