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Schweizer Nationalmannschaft
Die Erinnerung an meine ersten Erfahrungen mit Schweizer Auswahlen ist nicht die beste. Ich war 14 Jahre alt
und durfte in Zürich an einer Sichtung teilnehmen. Doch offenbar genügte ich den Ansprüchen
der verantwortlichen Beobachter nicht und erhielt kein Aufgebot für die U15-Nationalmannschaft. Aber
es gab ja noch eine zweite Chance. Und diese wollte ich mir nicht entgehen lassen, weil ich wusste, dass
ein grosses Spiel im Wembley-Stadion von London bevorstand. Dort wollte ich unbedingt mit dabei sein.
Aber die Sichtung im Berner Neufeld lief nicht so, wie ich mir es vorgestellt hatte. Obwohl wir gewannen,
hatte ich keine auffällige Szene und war danach sehr enttäuscht. Mir war klar: Die Mannschaft
wird ohne mich nach England reisen.
Umso überraschter war ich, als ich meinen Namen auf der Liste der nominierten Spieler fand. Ich wusste
gar nicht, wie mir geschah. Zum ersten Mal flog ich zu einem Spiel, zum ersten Mal hörte ich die
Nationalhymne und zum ersten Mal spielte ich vor so vielen Zuschauern. Es waren rund 15'000 im Stadion und
es war ein einmaliges Erlebnis. Da störte es mich nicht gross, dass wir 0:3 verloren. Ohne dass ich es
gemerkt hätte, hatte damals meine Karriere begonnen. Weil ich jetzt Nationalspieler war, verspürte
ich im Verein einen erhöhten Druck. Denn von einem Nationalspieler wird mehr Leistung verlangt.
Ein grosses Highlight bildete die U-18-EM in Island. Seit über 20 Jahren hatte sich kein Schweizer Team
mehr für eine EM dieser Kategorie qualifiziert. Ich war doppelt stolz, denn ich hatte mit zur
Qualifikation beigetragen und war dann in Island auch dabei. Wir besiegten die Isländer 3:0, verloren
aber gegen Frankreich und Irland je mit 0:1. Deshalb mussten wir die Koffer packen und nach Hause reisen.
Das Turnier in Island sollte aber dennoch mein grösster Erfolg als Juniorennationalspieler bleiben.
Die Zeit als Nationalspieler erfuhr nun aber einen Unterbruch. Als 18-Jähriger den Sprung in die
U-21-Auswahl zu schaffen, gelingt nicht vielen. Es ist ein grosser, ein zu grosser Schritt. So dauerte es
ungefähr ein Jahr, bis ich für die U-21-Mannschaft aufgeboten wurde. Dann ging es Schlag auf
Schlag mit den Qualifikationsspielen gegen Italien, Dänemark, Weissrussland, Wales. Dies waren
Partien auf sehr hohem Niveau. Es war hoch interessant und es machte Spass, gegen angehende Weltstars
zu spielen, die bei grossen Vereinen Stammplätze anstrebten. Heute spielen viele von ihnen auf hohem
Niveau in den Vereinen und manche sogar in der Champions League.
Aber leider hatten wir grosses Pech, denn wegen eines einzigen fehlenden Tores im Torverhältnis
schafften wir die Achtelfinalqualifikation nicht. Das war schlimm und ich glaube sogar, dass dies einer
der schlimmsten Momente in meiner bisherigen fussballerischen Laufbahn war. Wegen eines einzigen Tores
war ein riesiger Traum geplatzt! Schwierig war es danach auch, wieder in den Alltag zurückzukehren.
Trotz dieser Enttäuschung waren alle diese Jahre eine schöne, lehrreiche Zeit. Sie brachten
unschätzbare Erfahrungen, weil ich gegen ausländische Profis Fussball spielen konnte,
im Blickfeld vieler Vereine stand und dazu auch noch Freundschaften aufbauen konnte. Durch die
Zusammenzüge der Nationalmannschaften lernte ich viele Spieler anderer Mannschaften und eine Menge
interessanter Leute kennen. Meine Zeit in den Schweizer Nationalmannschaften möchte ich nie missen.
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